Häufig gestellte Fragen

Wozu brauche ich eigentlich eine Hebamme?
Hebammen sind speziell ausgebildete Gesundheits- Expertinnen rund um Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillen. Sie sind laut Hebammengesetz berechtigt, normale Schwangerschaften und Geburten eigenverantwortlich zu betreuen. Viele Hebammen verstehen sich mit ihrer individuellen und zeitintensiven Begleitung als Kontrast zu der oft unpersönlichen technikorientierten "Geburtsmedizin".
Wie schaut Schwangeren- Vorsorge bei einer Hebamme aus?
Der Ablauf gleicht dem bei der ärztlichen Vorsorge, nur dass die meisten Kolleginnen über kein Ultraschallgerät verfügen. Es wird ein Termin vereinbart- dieser kann auch bei der Schwangeren zu Hause stattfinden- und es werden alle üblichen Untersuchungen und die Eintragungen in den Mutterpass gemacht. Es ist nicht möglich, "doppelgleisig" zu fahren, also jede Untersuchung von Arzt und Hebamme machen zu lassen, es kann aber sehr wohl zwischen beiden abgewechselt werden.
Wozu brauche ich einen Geburtsvorbereitungskurs?
In der heutigen Gesellschaft fehlt es den meisten Frauen an Vorbildern, bei denen sie sich das Kinder kriegen quasi "abschauen" könnten. Dafür hören sie umso mehr und oft schauderhafte Erlebnisberichte, so dass der Eindruck entsteht, mit dem Gebären eines Kindes ein gefährliches Wagnis einzugehen. In Geburtsvorbereitungskursen wird versucht, durch sachliche Informationen Ängste abzubauen und Vertrauen in die Gebärfähigkeit des weiblichen Körpers zu entwickeln. Dabei helfen Körperarbeit, Atmungs- und Entspannungsübungen. Gleichzeitig wird der Kontakt mit dem ungeborenen Kind gefördert.
Warum sollten wir einen Paarkurs machen?
Immer mehr Männer wollen nicht nur ihre Partnerin zur Geburt begleiten, sondern auch die Schwangerschaft bewusst miterleben. Sie möchten sich bei dem großen Ereignis nicht als nutzlose Komparsen fühlen, sondern die Frau aktiv unterstützen. Kurse für Paare möchten dazu beitragen, die Männer in das Geschehen mit einzubeziehen und bei beiden Partnern Verständnis füreinander in der Ausnahmesituation Geburt zu wecken.
Was ist der besten Zeitraum für einen Geburtsvorbereitungskurs und wann meldet man sich an?
Günstig ist es, wenn der Geburtsvorbereitungskurs nicht allzu lange vor dem berechneten Entbindungstermin endet, so dass die dort erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten noch frisch in Erinnerung sind. Möglich ist aber auch eine frühere Teilnahme etwa ab der 20.Schwangerschaftswoche. Gelegentlich sind Kurse schon sehr früh ausgebucht, es empfiehlt sich also, frühzeitig nachzufragen und spätestens bis zur 25.SSW anzumelden.
Wie finde ich eine geeignete Klinik?
Es ist natürlich sinnvoll, sich nach den Erfahrungen von Freunden und Bekannten zu erkundigen. Zusätzlich ist es aber dringend anzuraten, sich selbst ein Bild von den in Frage kommenden Entbindungskliniken zu machen! Jedem werdenden Elternpaar sind andere Dinge wichtig. Erste Anhaltspunkte bietet das Heft "Wo bekomme ich mein Baby", das kostenlos in allen Frauenarztpraxen ausliegt. Dort findet man auch die Termine für Informationsveranstaltungen.
Kommt für mich eine Geburt im Geburtshaus oder zu Hause in Frage?
Grundsätzlich gilt: Man ist dort am besten aufgehoben, wo man sich sicher fühlt! Für die meisten Schwangeren ist dies heute eine Klinik, am besten noch mit angeschlossener Kindernotfallstation. Trotzdem ist eine Geburt kein krankhaftes Geschehen! Die fremde Umgebung kann bewusst oder unbewusst Angst auslösen und damit letztendlich sogar Komplikationen hervorrufen. Einige Frauen gehen deshalb lieber in ein Geburtshaus, wo sie die Hebamme vorher kennen lernen und ihr Kind in vertrauter Atmosphäre gebären können. Liegen keine Schwangerschaftsrisiken vor (z.B. Zwillinge, Steißlage, Diabetes, vorangegangener Kaiserschnitt), kann man auch eine Hausgeburt in Erwägung ziehen. Diese wird oft als besonders harmonisch und kraftvoll erlebt. Entgegen anders lautender Meinungen vieler Ärzte sind Geburten zu Hause und im Geburtshaus erwiesenermaßen genauso sicher wie in der Klinik! Treten Komplikationen auf oder besteht der Wunsch nach einer PDA, kann die Gebärende jederzeit in die nächstgelegene Klinik (oder bei ausreichender Zeit in die Wunschklinik) gebracht werden.
Wie finde ich eine Hebamme für Geburtsvorbereitung und Nachsorge?
In vielen Städten geben die Hebammen regionale Listen heraus, in denen man die Namen und das Leistungsangebot der ortsansässigen Kolleginnen findet. Diese Listen bekommt man beim Frauenarzt/-ärztin, bei manchen Apotheken, Krankenkassen und bei der Stadt (Mütterberatung). Im Internet gibt es Hebammensuchmaschinen unter www.hebammen-mfr.de oder www.hebammen.de
Was zahlt die Krankenkasse? Was nicht?
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen alle Hebammenleistungen wie Vorsorge, Geburtsvorbereitung, tel. Beratung, Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Geburt (auch abgebrochene Haus- oder Geburtshausgeburt), Wochenbettbetreuung, Rückbildungskurs und Stillberatung.Leider meist nicht übernommen werden geburtsvorbereitende Akupunktur, bei Paarkursen der Partneranteil, Bereitschaftspauschalen, Beiträge für Stillgruppen und Babymassagekurse und bestimmte Materialien. Manchmal lohnt es sich trotzdem, mit der Kasse zu verhandeln. Vorsicht bei privaten Krankenkassen: Nicht alle Verträge beinhalten Hebammenleistungen!
Was braucht ein Neugeborenes wirklich?
Viel weniger, als man denkt, wenn man das unüberschaubare Angebot von Babyartikeln betrachtet! Hier ein Minimalprogramm:
  • Das Wichtigste: Die Eltern, besonders die Mutter als Quelle von Nahrung, Wärme und Liebe
  • Eine Tragehilfe oder Kinderwagen
  • Einen Kindersitz (Babyschale) für das Auto, falls vorhanden
  • Einen Schlafplatz (das muss nicht sofort das eigene Bett im eigenen Zimmer sein!)
  • Einige Kleidungsstücke in kleinen Größen (Bodys, Strampler, Jäckchen, Mützchen)
  • Reichlich Spucktücher
  • Windeln (Stoff oder Einweg)
  • Pflegeprodukte: ein gutes Pflanzenöl und eine Tube Creme, falls der Po mal wund ist- sonst nichts!In Absprache mit der Nachsorgehebamme oder erfahrenen Eltern kann später in Ruhe noch Weiteres eingekauft werden, aber grundsätzlich gilt: Weniger ist Mehr!Sehr viele beworbene Dinge sind entweder völlig überflüssig, oder man kann sie dann besorgen, wenn sich der Bedarf einstellt- und zwar an die individuellen Bedürfnisse des Babys angepasst. Z.B. Kuscheltiere, Spielzeug, Krabbeldecke, Schühchen, Schnuller, Fläschchen, Sterilisator, Babypuder, Öltücher- um nur einige zu nennen.
  • Was wird bei der Nachsorge im Wochenbett gemacht?
    Die Hebamme kümmert sich um Mutter und Baby: Bei der Wöchnerin misst sie Blutdruck, kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter, überwacht die Heilung von Geburtsverletzungen, gibt Tipps zur Körperpflege und beantwortet meist unzählige Fragen! Stillt die frisch gebackene Mutter, hilft sie beim Anlegen und bei den häufig bestehenden Anfangsproblemen, bis sich das Stillen ganz eingespielt hat. Beim Neugeborenen pflegt sie den Nabelschnurrest, bis er ganz abgefallen und der Nabel verheilt ist, beurteilt die Hautfarbe, die Ausscheidungen und das Verhalten des Babys und leitet die Eltern zur Pflege an, z.B. beim ersten Baden. Bei vielen Paaren, die zum ersten Mal Eltern geworden sind, gibt es in der ersten Zeit viele Fragen und Unsicherheiten, weil auch hier brauchbare Vorbilder fehlen. Wir Hebammen versuchen, ihnen zu vermitteln, dass man gar nicht so viel falsch machen kann und viele seltsam wirkende Sachen (z.B. ständiger Schluckauf beim Baby) ganz normal sind! Trotzdem oder gerade deshalb sollte man sich nicht scheuen, sich sofort an die Nachsorgehebamme zu wenden, wenn Probleme auftauchen.
    Wozu braucht man einen Rückbildungskurs? Wann ist der beste Zeitraum dafür?
    Der Körper einer Frau muss in der Schwangerschaft enorme Anpassungsleistungen vollbringen! Bis sich alle Veränderungen, die die Schwangerschaft mit sich gebracht hat, wieder zurückgebildet haben, dauert es viele Monate und vielleicht bleibt auch Manches davon bestehen. Man kann aber viel dazu beitragen, den Körper bei den Rückbildungsvorgängen zu unterstützen und die überdehnte Muskulatur wieder zu kräftigen. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf den Beckenboden zu richten! Dieser muskuläre Abschluss des Beckenraumes nach unten ist während Schwangerschaft und Geburt ganz besonderen Belastungen ausgesetzt und hat oft noch unter den Folgen zu leiden, was sich in Inkontinenz (unfreiwilliger Harnabgang) und Senkungsbeschwerden äußern kann. Um solchen Problemen vorzubeugen, bauen deshalb die meisten Rückbildungskurse auf der Beckenbodenarbeit auf und bringen erst in zweiter Linie Übungen für Bauch, Po und Beine mit ein.So wichtig die Rückbildungsgymnastik auch ist, man sollte aber nicht sofort nach der Geburt damit beginnen! Zunächst braucht der Körper Schonung, um sich von der Geburt ganz zu erholen. Das Stillen muss in Gang kommen und erfordert Kraft, Geburtsverletzungen müssen heilen und der Wochenfluss ganz versiegen. In den ersten acht Wochen ist zudem noch ein Hormon im Körper aktiv, das in der Schwangerschaft das Gewebe weich und dehnbar gemacht hat. Deshalb sollte ein Kurs frühestens acht Wochen nach der Entbindung beginnen, je nach Geburtsverlauf (z.B. bei Kaiserschnitt) sogar noch später. Allerdings darf man auch nicht zu lange warten: Nach spätestens vier Monaten sollte der Kurs begonnen haben, sonst kann es Probleme mit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse geben!
    Unter welchen Bedingungen kann ich meine Hebamme in die Klinik zur Geburt mitnehmen?
    Wenn eine Frau zufrieden mit der Hebamme ist, die sie in der Schwangerschaft begleitet hat, entsteht oft der Wunsch, mit dieser auch die Geburt zu erleben. Ein beiderseitiges Vertrauensverhältnis ist in der Tat eine gute Voraussetzung für eine komplikationslose Geburt. Dieses Vorgehen ist aber nur möglich, wenn die Hebamme mit der gewünschten Klinik einen Belegvertrag hat. Dieses System bieten nur manche Kliniken in der Region an. Außerhalb des Belegsystems ist es für freiberufliche Hebammen leider nicht möglich, "ihre" Frauen zur Geburt zu begleiten. Auch wenn man bei einer Hebamme im Angestelltenverhältnis einen Kurs besucht hat, hat man keinen Anspruch darauf, von dieser auch bei der Geburt betreut zu werden.